Fitness  *  Wellness  *  Happiness

 

Wie so manche Filmdiva stapelt auch die Familiensportgemeinschaft bei ihrem wirklichen Alter tief. Die 50 Jahre beziehen sich auf die vereinsmäßige Wiederbegründung nach dem Krieg. Ihre Wurzeln liegen aber in den 20er Jahren, den jugendbewegten „Sturm - und - Drang – Zeiten“ der jungen Weimarer Republik.
Damals zogen junge Leute in das dichte Waldgebiet zwischen Vorend und Isborner Heide, wo heute die Stadtgrenze zwischen Schildgen und Dünnwald verläuft. Sie nannten sich „Jahn-Jugend“ und „Neues Leben“. Im 12 Jahre dauernden 1000jährigen Reich waren sie der herrschenden Clique verdächtig, weil sie sich nicht in irgendeine Massenorganisation unter- bzw. einordnen ließen. Sie wollten sich frei von gesellschaftlichen Zwängen und überkommenen Moralvorstellungen in der Natur entfalten. Ihr kleines Refugium im Unterholz wurde aber häufig von den völkischen Banden verwüstet.
Nach dem Krieg fanden sich aber sehr bald einige von denen, die den Krieg überlebt hatten, an alter Stelle wieder zusammen und nahmen ihre Waldwiese wieder in Besitz. Mit dem beginnenden Wohlstand in der neu gegründeten Bundesrepublik gelang es, das Waldstück käuflich zu erwerben. Das Eigentum wurde mit einem Zaun umgeben und so war ein erster Schutz vor der Welt „draußen“ gegeben. Bald sah sich aber die kleine Gemeinschaft gezwungen, den Zaun durch eine weitere Abgrenzung zu erweitern: Ein Bretterzaun musste errichtet werden. Seit dieser Zeit steht im Wald zwischen Köln und Bergisch Gladbach eine Bretterwand wie eine Klostermauer, die jeden Einblick auf das Sportgelände verhindern soll.

Warum machten die Behörden diesen Zaun zur Auflage? Die Antwort ist einfach: Seit den Anfängen in den 20er Jahren haben die Menschen – sobald sie hinter dem Zaun sind – die Angewohnheit, ihre sportlichen Aktivitäten (Fitness) und ihre Freizeit (Wellness) im Lichtkleid auszuüben. Faustball, Volleyball, Tischtennis und die Teilnahme am Deutschen Sportabzeichen machten es nötig, ein richtiger Sportverein zu werden. Das geschah im Jahr 1957. So ist der Verein nicht 75 oder 80 Jahre alt, sondern erst 50 Jahre.
In dieser Zeit wurden mehrere sportliche Einrichtungen geschaffen: ein
Tartan-Mehrzweckplatz, eine kleine Mehrzweckhalle – vornehmlich für Tischtennis und Gymnastik – und eine Weitsprung-, Hochsprung- und Kugelstoßanlage zur Abnahme der Leistungen für das Deutsche Sportabzeichen. Wichtig für den Verein ist, die Kinder spielend an den Sport heranzuführen.
Über Jahrzehnte war der ganze Stolz der Mitglieder ihr Schwimmbad. Von ihrem Selbstverständnis als Naturisten fiel es ihnen aber immer schwerer, das Wasser chloren zu müssen, zumal inzwischen im In- und Ausland neue Konzepte für Naturschwimmbäder entwickelt wurden. Auf Beschluss der Mitgliederversammlung wurde die Erneuerung des Schwimmbades in Richtung eines ökologischen Bades mit großzügigem Kinderbereich in Angriff genommen. Am ersten Juniwochenende 2007 soll nun das neue Bad eröffnet und gleichzeitig das Jubiläum gefeiert werden. Ergänzend soll noch erwähnt werden, dass zum Wellness-Aspekt bei der Familiensportgemeinschaft (kurz:FSG) natürlich auch eine Sauna gehört, die ganzjährig rege genutzt wird.

In jedem guten Sportverein darf eins nicht zu kurz kommen: das Feiern. Vereins- und Familienfeste werden auf dem Gelände, fernab der neidischen Welt „draußen“, gefeiert. Die Häufigkeit dieser Ereignisse hat einige Vereinsmitglieder das Namenskürzel „FSG“ mit der Langversion versehen lassen: Fröhlich Speisen in Gemeinschaft. Und das meinen wir, erfüllt das Attribut Happiness.

 

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